Mittwoch, 7. Dezember 2005

Melbourne Bars

Was die winzige Bar der altmodisch-modernen, glamourösen bis sympathisch-kitschigen Chaise Lounge zu leisten vermag, ahnt man erst beim Blick auf die Cocktailkarte: 16 chaise originals (extravagante Eigenkreationen), 24 classics, 5 contempoary cocktails, 6 muddled drinks, 8 champagne cocktails, 16 layered liqueurs (zumeist Shots) und mehr.
Als ich mich neben Omas Nachtischlampe tief in das 70er Jahre Sofa fallen lasse und mit meinen Notizen beginne, eilt Barmanager Carl Saltalamacchia auf mich zu. „I was worried this is some kind of inspection.“ lacht er, als ich Ihn über meinen Auftrag in Kenntnis setze. Begeistert blättert er das Vodka Issue der Mixology durch während ich ihn mit Fragen überhäufe.
Der meistverkaufte Cocktail sei der Sonnycheeba, finde ich heraus (absolut citron, creme de gingembre, jaggard lemon myrtle, apple juice, a squeeze each of lemon and lime, shaken & strained into martini glass, garnished with lime zest swirl). Gut klingt auch der Lady Marmelade, den eine Auszeichnung des Australian Bartender Magazines von 2005 ziert (absolut mandarin, bacardi, galliano, butterscotch schapps, ruby red grapefruit juice, apple juice, mint leaves, shaken & strained into martini glass, garnished with mint leaf).
Straight up getrunken sei Vodka in der Chaise Lounge am beliebtesten, so Carl, neuem Tequila zum trotz. Just in den Regalen erschienen sei nämlich der Tequila Porfidio, aber auch die Appleton Rums. Letztere bei uns ein alte Bekannte, hier Trophäen. Einem Mai Tai würde ich in der Chaise Lounge dennoch skeptisch gegenübertreten (bacardi, mount gay, cointreau, apricot brandy, pineapple juice, orange juice, lime juice, shaken & strained into squall hurricane, pineapple garnished). In Vorfreude auf baldige Mixology-News aus Deutschland muss Carl dann zurück ans Werk. Ein heimliches Grinsen kann ich mir nicht verkneifen, als ich die zahllosen, von der Decke herunter hängenden Flaschen hinter der kleinen Bar der Raum erspähe. Ein amüsantes Highlight, das die sonst schlichte Raumgestaltung auffrischt. Dieses alkoholische Gebaumel über den Köpfen der Barkeeper ermögliche auch lukratives Arbeiten, bestätigt mir einer von Ihnen, Marc Robson. Er zieht dann einige der neuesten Produkte an ihren Gummiseilen von oben herunter, denn JB -6C, Tanqueray Sterling Vodka und Hussong´s Tequila sind mir in anderen Bars bisher nicht begegnet. Nicht minder zeige ich mich von der Auswahl von 23 verschiedene Absinths beeindruckt, ganz zu schweigen von der Palette zumeist deutscher oder österreichischer, importierter Spirituosen, die selbst in Europa zu den Raritäten zählen. Sich in Der Raum einem schwarzen Kater zu nähern, hat wenig mit possierlichen Haustieren zu tun. Oder darf es lieber ein Bärenjäger sein, ein Echter Stonsdorfer, ein Escordial, eins der Exemplare aus dem kompletten Berentzen-Sortiment oder ein Ettaler zum Gletscher Eis? Auch die Münchener Kartoffel trinkt man hier (wenn schon nicht in München). Kenner mögen sich über die raren Angostura Rums (1919 & 1824), den Rum Dooleys XO oder über den guten (?) alten Stroh 80 freuen. Ich persönlich würde Belverdere Pomarancza/–Cytrus, Rain Vodka (USA) oder einen Grey Goose L´Orange/-Le Citron bevorzugen. Mit der Auswahl an 13 deutschen Bieren, „Bratwurst & Bier Special“ oder dem „Holsten Bier Special – only 5$“ kommt aber auch der schlichte Biertrinker nicht zu kurz.
Klar, dieses Getränkeangebot und der Name dieser entzückenden Bar stellen außer Frage, dass es sich um einen deutschen Inhaber handeln muss. Weit gefehlt, denn der Besitzer Matthew Bax ist Australier. Aber mehr als drei Jahre habe er in München in einem Büro gearbeitet, erzählt er. In diversen Münchener Bars und Spelunken trank er derart viel und gern, dass er seine Begeisterung für die deutsche Gastronomie in Melbourne weiterleben lassen wollte. Im September 2001 eröffnete dieser Mann, der niemals zuvor in der Gastronomie tätig war, aus Liebe zur deutschen Trinkkultur diese seine eigene Bar.
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„Der Raum hosts a revival of the lost art of classic cocktail making.“, lese ich neben den diversen Award-Auszeichnungen auf der ersten Seite der Cocktailkarte. Ein sicher großes Kompliment, nicht nur an die Münchener Kollegen. Die Karten selbst sind, wie Hunde an der Leine, mit Stahlseilen am Tresen festgezurrt. Anzunehmen, dass die liebevolle Gestaltung dieser Bücher in der Vergangenheit des Öfteren zu Straftaten verlockt hat. Jeder der fast zahllosen Drinks ist liebevoll im Detail ausgeschmückt und mit einer kleinen Geschichte oder Anekdote bezüglich seiner Herkunft oder seines Créateurs versehen. Eine spannende Lektüre. Marc Robson, mit dem ich mich am ausgiebigsten unterhalte, schwärmt besonders vom meistverkauften Drink, dem Agave Passionfruit Smash. Ich lese: “El jimador reprosado tequila and agavero liqueur built upon a smashed base of fresh passion fruit, perfect mint and a dash of freshly squeezed lime juice. Churned through with crushed ice, gomme and pineapple juice. Finished with a passion fruit half, mint head and a sprinkle of orange blossom.“Beim nächsten Mal bestimmt, denke ich, bevor Matthew mir augenzwinkernd fünf kleine Absolut Flaschen mit auf dem Weg gibt. Studentisch, klein aber fein. Double Happiness ist einen Besuch wert, sofern man mit Stehplätzen einverstanden ist. Weder für das typische, waghalsig gekleidete, sich zur Schau stellende Clubpublikum noch die etwas erdrückenden, schlecht belüfteten Räumlichkeiten lohnt sich der Besuch des Clubs F4. Die Arbeitsmittel, Arbeitsweisen und die Produkte der Barkeeper sind jedoch sehr faszinierend. In einem dunklen Raum, der ein Museum für antike Einrichtungsgegenstände sein könnte, finde ich mich etwas verloren im Gin Palace wieder. Die Polster- und Ledersitzmöbel sind von unterschiedlichsten Gästen bevölkert. Meine daraus folgende Desorientiertheit stört den unmotiviert wirkenden Kellner wenig. Erst als ich ihn anspreche, verweist er mich an einen letzten freien Tisch. Von hier aus kann ich zwar die Bar kaum noch einsehen, aber beim Blick in die Karte scheint dies auch nicht von Nöten.
Gegen einen Martini Cocktail ist prinzipiell nichts einzuwenden, aber ausschließlich 9 verschiedene Varianten dieses einen Drinks anzubieten halte ich persönlich für etwas knapp bemessen. Am innovativsten unter ihnen ist der Weekend in Warsaw (polnish potatoe vodka lined with white creme de cacao) oder der Bison (zubrowka vodka martini, granished with a clove of garlic). Auch als der Kellner erneut eher zufällig vorbeikommt und ich mich traue, nach einem ausführlicheren Cocktailmenü zu fragen, muss er mich enttäuschen. Schade, denn die hockerlose Bar-Durchreiche sieht gut bestückt aus, obwohl speziell die Gins dem Namen der Lokalität nicht alle Ehre erweisen. Als eine Bar, die mir von diversen Melbourner Barkeepern empfohlen worden ist, wirkt das Ginger zunächst unerwartet enttäuschend. In kitschig-bunten Farben leuchten Plexiglas-Raumelemente, doch trotzdem siegt das viele Weiß, um für kühles Ambiente zu sorgen. Das Publikum ist wie das Team: jung, studentisch und unkompliziert. Piercings und Tatoos sind erlaubt, einheitliche Kleidung offensichtlich unerwünscht. Gefühlt kommt das Ginger frei nach „Gute Zeiten schlechte Zeiten“ eher einer Friedrichshainer Kneipe als jeder Melbourner High Class Bars nah, obwohl im Rückbuffet eingerahmt die Auszeichnung „Cocktailbar of the year“ vom Australien Bartender Magazine thront.
Das durchaus ansehnliche Spirituosenangebot muss ich dem Ginger jedoch zu Gute heißen: 42 Below in 5 Versionen, Wyborowa als pure grain, lemon, peach, orange und pepper, Wisniowka Cherry Vodka, Yuri Dolgoruki (aus Russland) und Harpo (aus dem Vietnam). Bush Liqueur und Apple Schapps lassen von der Lark Distillery www.larkdistillery.com.au grüssen, Kahana Royale Liqueur aus Hawaii. Diverse Gabriel Boudier Liköre und der Wild Turkey Likör finden ihren Platz im Regal.
Möglicherweise sind sogar die Crepe Cocktails oder die Cocktail Icecreams den Versuch wert, auch wenn ich mir die Eisdielenassoziation nicht verkneifen kann. „These babies are an indulgent feast for your senses.“, motiviert die Cocktailkarte den zweifelnden Leser wie mich, auf das er z.B. einen Crepe & Pipe bestellen möge (chili cherry chocolate crepe with a cachaca coconut toffee and cream cocktail). Der Gesundheitsbewusstere könnte sich stattdessen zu einem Medical Cocktail verleiten lassen.
Ich hadere letztlich mit der Bestellung eines Oyster Martinis vor mich hin (one plump fresh oyster doused in a mixture of South Gin, Gabriel Boudier pear liqueur, sake and 42 Bellow, garnished with strips of house prickled ginger & carrot), aber entscheide mich für Weißwein. Sicher ist sicher.
Im Gespräch schafft Barmanager Mick es meine Skepsis zu vertiefen. Seine Freude über meine Recherche für die Mixology ist derart groß, dass er mir für ein Fotoshooting am nächsten Tag anbietet, den Tresen zu flambieren. Aber Feuer, Show und Tamtam sind nicht das, um was es geht. Sorry, Mick. Die Restaurant-Bar Hairy Canary ist klein, voll und eng. In schwere Düfte aus der offenen Küche getränkt, drängen sich Pizzen, Pasta und Tapas auf vielen Tellern, wehrlos dem Kampf der Kellner durch die Reihen ausgeliefert.
Ausser den Absoluts und Belverderes, die ich nicht mehr als Besonderheiten hervorzuheben brauche, trumpft die kleine, chaotische, wenig gepflegte Bar mit wenigen Besonderheiten auf. Für einen Level Martini muss man tief in die Tasche greifen (19$). Wem dies unmöglich ist, der möge sich für einen der fünf anderen Martinis, fünf Sours oder vier cool & chilled drinks entscheiden.
Mit David, dem Barkeeper aus Neuseeland in Shorts und T-Shirt, komme ich schnell ins Gespräch und die Mixology findet wiederholt Anklang. Als Dank erhalte ich die aktuelle Ausgabe des Bartender Magazines. Der Besuch hat sich also gelohnt. Der Club Lounge Bar ist eher für die Jugend als diesen Bericht gedacht.
  • Melbourne Supper Club, Level 1 161 Spring St, Melbourne
Der chice, etwas gediegene Melbourne Supper Club muss in Melbourne das Mekka für jeden Weinkenner sein, weniger allerdings für Cocktailfreunde. Ein gewaltiges Buch verzeichnet auf 146 Seiten ausschließlich nationale und internationale Weine, die der erstklassige Service fachmännisch präsentiert. Erfreut finde ich in der Karte auch die kompletten Lark Distillery Produkte wieder.
Den guten Tropfen in meiner Hand würdigend, versinke ich zu softer Jazzmusik in einer der dunklen Ledercouches und lasse meinen Blick aus dem Fenster über das Parlamentsgebäude schweifen. Die wenig einladende Metropol Bar hat mich deutlich weniger fasziniert als der Absolut Design Store, der schräg gegenüber kurz vor seiner Eröffnung steht. Flaschengestaltung scheint eine zunehmende Rolle zu spielen, „the look of love“ vielleicht. Die Vodkaverpackung also als Kunstobjekt? Warum nicht.
  • Misty Place, 3-5 Hosier Lane, Melbourne
Die zehn Cocktails des Misty Place sind weniger ansprechend als sein Ambiente. Diese Lounge verführt schlichtweg zum anspruchslosen Bleiben. Behind the hustle and bustle of Elisabeth Street hidden in the undergrowth of Melbourne’s corporate jungle lies a sophisticated boutique drinker’s hideaway, Murmur. Inhabiting a coffee and spices warehouse of yesteryear, this rustic alleyway setting has been transformed into an exquisite lounge created as the ideal space to unwind with a cocktail.” Dem ist nichts hinzuzufügen.
  • Pelican,16 Fitzroy St St Kilda, Melbourne
Bummelt man ohnehin durch die Fritzroy Street, so ist die Pelican Bar eine Verschnaufpause wert. Wer sich nicht für einen der vier (!) Cocktails auf der Karte entscheiden kann und völlig uninspiriert keine Antwort auf die Frage des Kellners weiß, welchen Art Cocktail denn gewünscht sei, sollte hier lieber Wein trinken. Die Kenntnis der weinbezüglichen Fachsprache unterscheidet diese Bar zumindest von vielen anderen Kilda Beach Lokalitäten, die sich untereinander sonst in Angebot und Ausstattung eher gleichen. Die Lounge Bar Platform 3 liegt außerhalb des Melbourner Stadtkerns in Richmond, direkt an einer Eisenbahnbrücke. Von innen blickt man durch riesige Glasfenster über das sie umgebende Terrain. Auf der oberen Ebene befindet sich ein zweiter Lounge Raum mit einer weiteren Bar, gegenüber der großzügig gestalteten, edel in schwarzem Lack und Plüsch gehaltenen Zigarrenlounge.
Noch bin ich der einzige Gast. Shelim Islam, der sehr umgängliche Londoner Barkeeper, freut sich sehr über mein offenkundiges Interesse. Obwohl wir uns umgehend in ein Gespräch über Londoner Bars und Szenen im Vergleich zu Melbourne, Berlin und New York vertiefen, gelingt es mir die Fragen nach dem Cocktailrenner des Hauses und den neusten Spirituosen unterzubringen. Shelim hat es schwer, sich auf einen der allesamt wohlklingenden Drinks der Platform 3 festlegen zu müssen. Letztlich wählt er den Pensacola Margarita. Die hausgemachte Tequila Infusion hebt bei diesem Drink den Margarita auf eine höhere Ebene, gekrönt von einer flambierten Orangenschale. Zitat: „A mix of 1800 tequila infused with charred orange peel, boudier quince liqueur, grand marnier, vanilla syrup and lemon juice, shaken over ice and finished in a chilled martini glass with a flamed orange peel.
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Da der Besitzer der Bar, Mark Johnstone, und sein Team oft und gern reisen, ist der Direktimport zahlreicher Australien-untypischer Produkte möglich. Chopin, Siwucha, Agavero, Wray & Nephew overproof, Stolichnaya Elit, Wyborova single estate, Hendricks, Portofilo Tequila, La Fée oder Reserva de la Familia von Jose Cuervo zählen zu einigen dieser Exemplare. Hochwertigen Tequila trinkt mancher Gast der Platform 3 genüsslich aus dem Cognacschwenker, berichtet Shelim. Das Shot-Image hat diese Spirituose in Australien mittlerweile abgelegt. Tequila wird durchaus als Edelspirituose gehuldigt.
Mit dem Ausblick, unser Gespräch in London, Berlin oder New York bei einem bis zwei Drinks fortzusetzen, muss ich mich leider von der Platform 3 verabschieden. Sie bleibt mehr als nur die Reise nach Richmond wert. The Collection scheint mir zu gewöhnlich, um sie genauer zu erforschen. Möge ich richtig liegen. Statt in der Pelican Bar Wein zu schlürfen, kann man es sich auch in The Saint gut gehen lassen. Ins Detail zu gehen lohnt jedoch wenig. Das gigantische Crown Entertainment Center beherbergt neben dem städtischen Casino stolze 28 Bars als auch zwei Nachtclubs. Überwältigt von derartiger Vielfalt irre ich auf schwarzem Marmorfußboden von Wasserfällen zum Black Jack und zurück, skeptischen Blicken hiesiger Schlipsträger unterworfen. Wer es etwas edler mag und eine in sich geschlossene Stadt in der Stadt sucht ist hier genau richtig. Aber Vorsicht: Desscode!
An der Meinung des Bouncers, dass ich diesem nicht entspräche, scheitert wie befürchtet mein Besuch in der Fidels Bar & Lounge. Möge also die Behauptung im Raum schweben bleiben, es gäbe hier die größte Vodka-Auswahl Melbournes und rare Armagnacs. Wie gern hätte ich dies persönlich überprüft.
Stattdessen finde nach langem Marsch irgendwo in den Untiefen des Komplexes die Tonic Bar. Die Getränkekarte überzeugt mich durch ihre vergleichsweise erschwinglichen Preise, nicht aber durch ihre Auswahlmöglichkeiten. Doch gälte es eine Auszeichnung für die beste Raumgestaltung einer Bar zu vergeben, so hätte die Hotelbar Tonic sie gewonnen. Aufnahmen des Interieurs werden mir wegen des Copyrights bedauerlicher Weise nicht gestattet. Schade, wie gern hätte ich einen optischen Eindruck einfangen wollen. Auf die Frage nach dem Innenarchitekten weiß leider auch keiner der sehr bemühten Bediensteten eine Antwort. Wie dem auch sei, die Tonic Bar ist etwas fürs Auge. Mehr wird nicht verraten. Kaum habe ich die Treppen aufwärts zu Tony Starr’s Kitten Club bewältigt, werde ich sehr herzlich empfangen. Die erfreute Hostess lädt mich spontan auf einen Drink ein, als ich ihr von meiner Tätigkeit für Mixology berichte. Eine wirklich nette Geste, die allerdings sehr zur Irritation der durchweg jungen Barkeeper führt. Einer von Ihnen kreiert mir, während ich ihm auf die Finger gucke, einen der hier meistverkauften Cocktails namens Bunny Girl. Die Ingredienzien 42 Below, Rosensirup, Soho Lychee Likör, Frangelico und Pink Grapefruit Saft landen im Boston Shaker und dann im vorgekühlten Martiniglas, bevor sie mit Rosenblättern garniert werden. Die Optik stimmt. Ich notiere mir dennoch einen leichten Seifengeschmack im Abgang. Schuld ist wahrscheinlich der Rosensirup. Dem Barkeeper kann ich mühselig die Information entlocken, dass der Buffalo Soldier ein weiterer beliebter Drink aus der Liste der 14 Cocktails des Tony Starr’s Kitten Club ist (fresh green apples shaken with bison grass vodka and smooth apple liqueur), bevor er wieder entschwindet. Um nicht selbst Gegenstand der Untersuchung zu werden, meiden die Barkeeper meine Nähe. Einer von Ihnen ringt sich später dennoch dazu durch, mir einige Exemplare der Flaschenaufgebotes zu präsentieren: den Juniper Green Gin, Millers Gin und Van Gogh Gin. Stones Green Ginger Wine und den Liqueur Chataigne erwecken ebenso meine Neugier.
Die Einrichtung werte ich als einfach, aber modern, die Tische fast etwas Rasthof- oder Schnellimbissartig, die Bar ohne Schnörkel oder teure Details. Sie geht fließend in den offenen Küchentresen über. Ingesamt ist das Ambiente eher robust als gemütlich.
Dabei belasse ich es und trinke aus.

Melbourne


Dass es sich bei Melbourne um eine riesige, metropolenartige Stadt handelt, wird mir erst bewusst, als ich mir mit meinem Koffer in den belebten Strassen etwas verloren vorkomme. Ohne von gestressten Passanten umgerannt oder gar von Straßenbahnen, Taxen und sonstigen Transportmitteln eliminiert worden zu sein, finde ich die erste Nacht Zuflucht in einer düsteren Absteige des abgelegenen Stadtteils Kilda Beach. Trotz des Klangs seines Namens überzeugt mich dieser Kietz allerdings wenig. Der Umzug in den Stadtkern, das gastronomische Herz Melbournes, ist die richtige Entscheidung.
Es ist Freitag Nacht. Ganz Melbourne drängt sich in den Strassen. Hot Pants, Nieten, Suits & Ties – ein buntes Volk, dass von Bar zu Bar und Club zu Club pilgert, ja schwankt. Die Party in den Strassen überbietet fast jedes Bargeschehen. Zu sehen und hören gibt es hier auch ohne Drink genug. Dieser Verlockung widerstehend, wage ich dennoch den Anfang meiner Cocktailstudien. Und aller Anfang ist schwer: die meisten besseren Melbourner Bars sind nicht einfach zu finden. Nichtssagende Türen dunkler Seitengassen verweisen auf enge Gänge zu den geheimen Tränken, treppauf oder –abwärts.
Um einen Eindruck des überwältigenden mixologischen Angebots der Melbourner Szene zu gewinnen, empfiehlt sich ein Blick auf die Seite melbournepubs.com Aber schon jene für Mixology selektierten Bars und Clubs ausführlich online darzustellen sprengt den Rahmen.
In alphabetischer Reihenfolge folgt hier daher lediglich ein z.T. sehr knappes Resümee persönlicher Eindrücke der Melbourner Kollegen. Ausführlichere Berichte folgen als Print Version in einer der nächsten Mixology-Ausgaben.

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Dale Degroff
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